Pflegekräfte bewerben sich bei "Pflege ist Herz und Mut"

 

Ein Bewohner des Seniorenwohnparks Zschorlau erklärt warum die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ihrem Engagement die Ehrung bei der Aktion "Pflege ist Herz und Mut" verdient haben.

"Bei der Aktion „Pflege ist Herz und Mut“ geht es darum, außergewöhnliche Menschen, die ihre unermüdliche Tatkraft in die tägliche Arbeit investieren, zu ehren. Doch für mich zählt der unumstößliche Aspekt, dass die Altenpflege nicht aus Einzelkämpfern bestehen kann. Um den hohen Anspruch einer würdevollen, niveauvollen und vollendeten Pflege zu gewährleisten, ist jeder Einzelne im Team wichtig und notwendig.

Ich bin 57 Jahre alt und sollte eigentlich noch ein paar Jahre meinen Job nachgehen. Ich musste viele Rückschläge einstecken, ob es familiär, gesundheitlich oder in sozialer Hinsicht war. Jedes Hindernis warf mich immer ein wenig mehr zurück. Aufgeben war für mich nie eine Option, ich wollte mein Leben noch etwas genießen. Als dann der Tag kam, an dem mir klar wurde, ich werde allein nicht mehr zurechtkommen, gab es nach einem längeren Krankenhausaufenthalt nur noch die Möglichkeit, in ein Pflegeheim zu ziehen.

Mit Skepsis und gewissen Ängsten bezog ich mein Apartment. Alles war fremd für mich, eine neue Umgebung, Menschen mit verschiedenen Krankheiten und Lebenssituationen. Ich bin nun seit einem dreiviertel Jahr in dieser Einrichtung und es ist für mich persönlich wie ein neues Zuhause mit einer großen Familie geworden. Ich fühle mich sehr wohl, aufgehoben und vor allem gebraucht.

Neben den alltäglichen Aufgaben, die die Pflege- und Betreuungskräfte haben, hat jeder ein offenes Ohr für meine Sorgen und Probleme. Der eine nimmt sich Zeit und geht mit mir einkaufen, der andere ist um meine Gesundheit besorgt und ermahnt mich, wenn ich ohne Jacke das Haus verlasse. Neben meinen regelmäßigen Physiotherapiestunden trainiere ich mit Hilfe von Mitarbeitern, um endlich wieder laufen zu können. Lächelnd steht an einem Wochenende eine Mitarbeiterin vor mir und begrüßt mich mit einem Frühlingsstrauß wohlriechender Tulpen. Da ich nachts friere, kaufte mir eine andere Mitarbeiterin Kuschelbettwäsche. Da meine Betreuung derzeit noch geklärt wird, bekomme ich Unterstützung bei Behördengängen. Auch die Reinigungskräfte möchte ich nicht außen vor lassen. Liebevoll reinigen sie jeden Winkel meines Zimmers und unterhalten sich mit mir über die aktuellen Themen des Tages.

Gerne unterstütze ich die Mitarbeiter in unseren Wohnküchen bei tagtäglichen Aufgaben. Langeweile kommt hier nie auf und ich erfreue mich daran den Mitarbeitern zu helfen. Diese Aufgaben habe ich auch zu Hause gerne gemacht und ich fühle mich dadurch nicht so nutzlos. In diesen 9 Monaten durfte ich viele schöne Momente erleben, was ich auf diesem Weg gern zurückgeben möchte. Ich habe durch die Unterstützung und den Beistand eines wundervollen Teams neuen Lebenswillen gefunden und genieße jeden einzelnen Tag.

In der Bibel steht geschrieben: „Denn ich weiß genau, welche Pläne ich für Euch gefasst habe. Mein Plan ist, euch Heil zu geben und kein Leid. Ich gebe Euch Zukunft und Hoffnung.“

Als ich die Mitarbeiter um ein gemeinsames Bild bat, kamen sie auf den Gedanken, statt ihrer Dienstkleidung sich in ältere Menschen zu verwandeln. Natürlich kam dabei jede Menge Spaß auf, aber eigentlich wollen sie damit nur zum Ausdruck bringen, dass sie sich in jeden einzelnen Bewohner hineinversetzen können und wollen, mit ihm nachempfinden, auch wenn sie ein paar Jahre unterscheidet. Leider kann ich diese Zeilen aufgrund eines Schlaganfalls nicht mehr selbst schreiben. Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit diesen Zeilen ein paar Einblicke in mein Leben im Seniorenwohnpark Zschorlau geben."

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