Ein Projekt für alle Menschen, die nach Aue kommen und bleiben wollen.

 

In der Stadt Aue leben viele Menschen mit Migrationshintergrund aus verschiedensten Nationen. Sich im „Dschungel“ der vielen Gesetze, Regeln und Verordnungen zurechtzufinden erfordert eine erhebliche Anstrengung.
In den Herkunftsländern sind die Menschen mit den Regelungen vertraut und wachsen mit den jeweiligen Gegebenheiten auf. Jedoch gibt es kulturell bedingt erhebliche Unterschiede im Lebensalltag. Hier setzt das Projekt „Erste Hilfe Aue“ an. In verschiedenen Modulen werden den Migranten lebensnah und praxisbezogen die wesentlichen Grundregeln in Deutschland erklärt und beschrieben. An Hand praktischer Beispiele lernen die Migranten auf direktem Weg zentrale Zusammenhänge zu erfassen.

Ein Modul befasst sich mit dem Verständnis der deutschen Sprache als wesentlichen Baustein der Integration. Es ist hierbei nicht unbedingt das Ziel, alle grammatikalischen Regeln zu vermitteln. Vielmehr ist der Transport von Informationen im Gespräch das Entscheidende.

Ein weiteres Modul beschäftigt sich mit Behörden. Verwaltungstechnische Einzelheiten und Abläufe zu erfassen stellt oftmals eine Hürde im Alltag dar.
In diesem Modul erhalten die Migranten wichtige Informationen, welche Leistungen sie beantragen können und welche Behörde zuständig ist.

Breiten Raum nimmt das Modul „Miteinander“ ein. Hier erhalten die Kursteilnehmer sehr wichtige Informationen über das Zusammenleben. Ein Beispiel soll dies verdeutlichen: Im arabischen Raum ist das Grillen im Freien und die entsprechend große Runde ein wesentlicher Bestandteil der Lebenskultur. In Deutschland hingegen sind Lärmschutz, Feinstaubverordnung, Hausordnung etc. zu beachten.
Diese Unterschiede können die Migranten jedoch erst dann verstehen und einhalten, wenn sie ihnen erklärt werden.

Traditionen im Erzgebirge – diese sind für die einheimische Bevölkerung sehr wichtig, in anderen Ländern jedoch nicht bekannt. So gehört für uns die Fensterbeleuchtung in der Adventszeit und die Feiertagskultur zum Leben.
Auch, dass bestimmte Lieder zu bestimmten Zeiten gesungen werden, hat traditionellen Charakter. Zu denken ist zum Beispiel an die Weihnachtslieder mit häufig christlichen Texten. Das Interesse hierfür bei den Migranten zu wecken, ist fester Bestandteil.

Ausbildung und Arbeit sind Ziele der Integration. Anforderungen deutscher Arbeitgeber unterscheiden sich teilweise erheblich von denen in den Herkunftsländern. So ist zum Beispiel im Libanon in bestimmten Branchen keine Ausbildung im Handwerk notwendig, sondern nur die Ausführung der Arbeit (Beispiel Kfz-Werkstatt). In Deutschland hingegen wird in aller Regel ein Berufsabschluss benötigt. Dies zu vermitteln ist wichtige Aufgabe.

Anhand der kurzen Beschreibungen ist bereits zu sehen, mit wie vielen verschiedenen Anforderungen die Migranten konfrontiert werden. Aufgabe der „Ersten Hilfe Aue“ ist nicht, ihnen alles abzunehmen, sondern die Menschen zu befähigen, eigenständig zu handeln.

Autor: Emran Maksuti

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